Samantha ballt die Hände zu Fäusten und sieht ihn fast hilfesuchend an. "Das ist nicht nur ein Laden, wissen Sie... er hat meiner Großmutter gehört und... bedeutet mir eine Menge... aber ich muss lernen, das weiß ich..."
"Gibt es nicht eine Möglichkeit... den Laden so lange stillstehen zu lassen?" Sie sagt es halb um Scherz. "Ich weiß nicht, ob so etwas mit Magie zu bewerkstelligen wäre..."
"Das.. wäre sehr freundlich von Ihnen", sagt sie leise. "Das würde es mir einfacher machen. Auch.. wenn ich mich vermutlich trotzdem für eine Ausbildung entscheiden würde..."
Er nickt Ich werde dann auf ihre Antwort warten... Die Glöckchen der Tür klingeln und frischer Wind weht herein als der Professor langsam die Tür öffnet.
Samantha setzt sich auf die Theke und schliesst die Augen. "All das hier aufgeben... aber ich habe das Gefühl, wenn ich dich nicht bald wiederfinde, hat es ohnehin keinen Wert mehr." Noch einmal sieht sie sich um.
Instinktiv versucht sie, sich an diesem Moment festzuhalten, und fröstelt, als er verfliegt. "Naja... viel habe ich ja nicht, was ich einpacken müsste", murmelt sie und schließt die Tür wieder ab, dann geht sie langsam in ihre Wohnung zurück.
Sie beisst die Zähne zusammen und bringt den Weg so schnell wie möglich hinter sich, schließt die Tür hinter sich. Idiotisch, was soll das bezwecken? Ängste lassen sich wohl kaum durch eine alte Holztür zurückhalten, und... er... wohl auch nicht. Sie geht an der Küche vorbei, ihre Hände zittern und sie braucht dringend eine Tasse Kaffee. Sie zwingt sich zum Weitergehen. Dieser Traum... war kein Traum. Die einzige Möglichkeit, um zu erfahren, was damals wirklich geschah. Sie friert schon bei dem Gedanken daran, aber hier weiter in Angst zu leben... es ist schon schlimm genug, aber wenn dazu noch die Ungewissheit kommt... wenn sie wirklich getan hat, was Jonathan behauptet. Sie lässt sich auf ihr Bett fallen und starrt an die Decke. Was wohl geschah, nachdem sie hingefallen war? Bestimmt hatte sie nicht mehr weglaufen können... aber was konnte geschehen, dass sie zu einer Verräterin gemacht hatte? Sie konnte das nicht glauben... sie hatte versucht, ihn zu retten, und ihre Freiheit dafür aufgegeben. Bestimmt hätte sie nicht freiwillig dafür gesorgt, dass ihm diese schrecklichen Dinge geschehen. Sie dreht sich auf die Seite und versucht, nicht zu genau an ihre Eltern zu denken... Elisabeths Eltern, aber das macht gerade keinen Unterschied. Dann steht sie wieder auf und spaziert unruhig durch ihre Wohnung.
Was er wirklich alles die realität gewesen. Kann es nicht sein, dass sie sich das alles einfach nur eingebildet hat? Aber es war alles so real, so bekannt. Aber könnte es nicht einfach bekannt sein, da es aus ihrer Phantasie ensprungen ist? Vieleicht etwas aus einem Buch?
Das ist möglich... vielleicht sogar wahrscheinlicher, aber was ist schon wahrscheinlich nach dem, was bisher geschehen ist... vielleicht ist es nur ein Traum, aber im Moment das Einzige, woran sie sich festhalten kann. Sie glaubt nicht daran, dass Menschen sich von Grundauf ändern können. Eine Seele bleibt eine Seele, oder etwa nicht... und egal, ob diese Bilder real waren oder nicht, sie hatte sich dazu entschieden, Jonathan zu helfen. Leicht war es nicht gewesen. Sie wäre so gerne mit dem Unbekannten geflohen, weg von dem Feuer und all den Toten, in Sicherheit...
Ist sie nicht geflohen? Sie hatte so eine angst...so unglaubliche angst...sie hat nicht darüber nachgedacht was mit den anderen passieren könnte....alles was sie wollte war weg...weg von den Ort an dem sie alles verlohren hat was die hatte. Woher kamen diese Gedanken nur so plötzlich...sowohl das eine als auch das anderen wirkt so real.