"Wenn ihr euch weiterhin so auffällig verhaltet und niemandem etwas sagen wollt, wird man euch zerlegen - und das, ohne vorher noch einmal nachzufragen." Er spricht ruhiger, versönlicher zu ihr, nachdem er ihren Blick sieht.
"Ich hatte doch keine Ahnung, dass es so schlimm werden würde... ich dachte... wir könnten uns versteckt halten, nicht auffallen... zumindest, bis wir unsere Aufgabe erfüllt haben..." Sie verhalspelt sich, während sie spricht, stolpert über die Laute der fremden Sprache.
Er sieht sie einige Zeit nur an...sieht ihr starr in die Augen, wärend sie versucht, sich zu erklären. "Ihr seid fahrlässig..." Gibt er dann von sich, und wieder schweigt er kurz, bevor er fortfährt. "Ihr reist durch die Lande, von Stadt zu Stadt, ohne euch vorzustellen. Ihr seid Leuchtfeuer in der Nacht, in einer Welt voller Motten und hofft, nicht aufzufallen. Und ihr wisst nichtmal, warum und wohin ihr wollt." Er schweigt kurz, dann spricht er leiser weiter. "Du bist noch jung, aber du musst dein neues Dasein erst verstehen - dann leben lernen. Die Möglichkeiten, die sich dir erschließen, die Fähigkeiten, die du hast - wenn du weiterhin so unachtsam bleibst, bist du als Marionette nur eine Gefahr für diejenigen, die dir nahe stehen." Es scheint ihm irgendwie wichtig zu sein, ihr das zu sagen.
Er seufzt leise und senkt den blick auch - allerdings nur kurz. "Was du in dir trägst, ist ein Geschenk, wenn du es zu würdigen weißt. Aber du bist noch zu unerfahren, um dich allein in solche Gefahren zu stürzen."
"Der Kerl, der mit dir unterwegs ist, kann dir da nicht viel helfen - dass du aber einen Vormund brauchst, der dich in dein neues Dasein einweiht, ist verständlich - Aber dein Erzeuger ist ja offensichtlich nicht mehr." Er scheint über die Tatsache nicht glücklich zu sein.
Zuletzt geändert von Kiyama am 14.12.2008, 12:46, insgesamt 1-mal geändert.
Er atmet einmal ein und sieht an ihr vorbei den Gang entlang. "Du kannst nicht einfach alles wegwerfen, nur weil du mit Scheuklappen geradeausgehen willst. Sag mir einfach, wen ihr sucht und ich helfe dir, deine Rache zu bekommen." Er blickt sie wieder an, aber seine Worte klingen nur wie ein Angebot, nicht wie eine Aufforderung.
Ihr Blick bekommt fast etwas Sehnsüchtiges, sie öffnet den Mund, nur um ihn sofort wieder zu schließen. "Ich kann das nicht allein entscheiden", sagt sie.
Er nickt langsam und sieht schnell über die Schulter zurück, bevor er sich wieder ihr zuwendet. "Wie du meinst. Ich warte, bis du dich entschieden hast."
Sie nickt. "Ich möchte wieder zurück zu unserer... Unterkunft", murmelt sie wie zu sich selbst. "Wenn er wieder da ist, kann ich mit ihm darüber sprechen..."
"Ich glaube nicht, dass er schon wieder da ist, aber ich kann ja dort auf ihn warten." Sie macht einen Schritt von der Tür weg, dann runzelt sie die Stirn und streicht sich eine Haarsträhne aus der Stirn. "Moment, ich habe etwas vergessen." Sie lächelt ein wenig traurig, dann geht sie zu der Tür zurück und öffnet sie.
"Er wird ja sicherli-" Er verstummt, als sie wieder zu sprechen beginnt und die Tür öffnet. Dort drin spielt die Melodie dumpf, das dämmrige Licht scheint matt, aber auf dem Bett liegt niemand... Nicht auf dem Bett, aber hoch über ihrem Kopf hängt die Frau an schweren Ketten in der Luft, die Arme ausgebreitet, die Füße dicht zusammen. In dem weißen Kleid gleicht sie einem Engel, der durch den Raum gleiten will. Noch dazu spielt beständig dieses Lied weiter...